Schlierbach, Restaurierung

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Beide Windladen werden intensiv überarbeitet. Auf den folgenden Bildern sieht man Auszüge verschiedener Arbeitsschritte. So sind bspw. ein erheblicher Verschmutzungsgrad im Inneren des Systems sowie Abnutzungs- bzw. Zerfallsspuren an verschiedenen Teilen deutlich zu erkennen. Die Zerlegung der Windladen ist wegen des konstruktiven Aufbaues nicht soweit möglich wie erhofft, von daher sind manche Arbeitschritte sehr aufwendig.

Die 1979 aufgesetzten Kasimirdichtungen sind durch Mottenfraß, die Einwirkung von Feuchtigkeit und unsensibel eingestellte Anpressdrücke bis zur Unwirksamkeit verschlissen. Zudem sind diese Zusatzteile nicht dem Originalzustand zuzuordnen, weshalb alle Dichtungsringe entfernt werden. Im Falle der Pedalwindlade werden die alten Lederbahnen zunächst aufgearbeitet und später mit einer zweiten aufgedoppelt. Zwischen der alten und neuen Lederbahn liegen nun Pappscheiben, die den Anpressdruck auf den Bereich der Bohrungen konzentrieren. Anschließend werden die Windladenbohrungen provisorisch abgedichtet, um wiederholt eine Dichtheitsprüfung der Tonkanzellen durchzuführen.

Vorrichtung zum Ausgießen der Pedalwindlade.

Man kann erkennen an welchen Stellen die Kanzellen undicht waren.

Die Lederbahnen werden geebnet nachdem die Bohrungen gesäubert wurden, danach werden die Umrandungen mit Pappscheiben erhöht, um die Anpressflächen auf den wesentlichen Bereich zu konzentrieren, bzw. insgesamt zu reduzieren.

Auf die alten Lederbahnen mit den Erhöhungen werden neue Lederbahnen aufgezogen.

Die Schleifen werden mit sehr spitzen keilförmigen Hölzern begradigt, danach entschärft (sie waren vorher sehr scharfkantig), graphitiert, geglättet und an den Anschlägen synchronisiert.

Weitere Bauteile wie ungleichmäßige Stockschrauben, undichte Stöcke, defekte Lederpulpeten, ungleich stark eingestellte Federn, stark verschmutzte Ventilbeläge usw. werden bearbeitet, bis letztendlich die Windlade wieder zusammengebaut werden kann. Anschließend wird die Windlade "unter Wind" abgehört. Dabei wird auf kleinste Rauschgeräusche geachtet, die dann untersucht bzw. beseitigt werden. Eine besondere Schwierigkeit hierbei ist die Abstimmung der Dichtheit eines jeden einzelnen Tones ohne dabei den Anpressdruck der Schleifen zu stark zu machen, denn diese sollen später leicht laufen.

Die Pedalwindlade wird nun mit den darauf sitzenden Pfeifen bestückt um die Intonation vorzubereiten.

Die folgenden Bilder zeigen den Zustand und Arbeitsablauf an der HW Windlade. Die Maßnahmen unterscheiden sich gegenüber der Pedalwindlade im Aufwand insofern, dass hier die alten Lederbahnen komplett entfernt werden müssen.

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