Bottendorf, Sanierung der Woehl-Orgel (II/15 (17), 1972)

 


Fotos von der Orgelsanierung 

In den Anfängen seiner Selbstständigkeit erarbeitete Gerald Woehl einen wohlproportionierten Entwurf mit niederländisch-norddeutschem Einfluss für die kurz zuvor modernisierte Martinskirche in Bottendorf. Nach fast 2 jähriger Akquise erhielt er 1970 den Auftrag, es dauerte weitere 1,5 Jahre bis diese Orgel fertig gestellt war, sie zählt zu den ersten aus seiner Werkstatt.  

Bereits an diesem Werk sind typische Merkmale des Baustils von Woehl zu erkennen die später sein Schaffenswerk prägen sollten. So etwa die schlüssigen und innovativ gestalteten Gesamtkonzepte, die von seinen treuen Mitarbeitern in guter handwerklicher Qualität und aus hochwertigen Materialien gefertigt wurden. Orgelneubauten überraschten mit einfühlsamen Gestaltungsentwürfen, technischen Raffinessen und einer feinprägnanten Intonation. Auffallend auch die sensiblen und repetierfreudigen Trakturen oder die aufwendigen Windanlagen. All dies führte zu dem großen Erfolg, welcher heute Ergebnis seines Lebenswerkes ist und nachhaltig bleiben wird. Die besondere Würdigung und ein unverfälschter Erhalt seiner Instrumente im Allgemeinen, auch von jenem in Bottendorf, stehen außer Frage. 

Seit einiger Zeit häuften sich verschiedene Anfälligkeiten, bedenklich war auch der erreichte Verschmutzungsgrad, deshalb wurde nach dem 45-jährigen Bestehen der Orgel eine umfassende Sanierung angestrebt. Wegen der besonderen Bedeutung dieses Werkes beteiligte sich auch das Landesamt für Denkmalpflege in Verbindung mit der Sparkassen-Kulturstiftung-Hessen-Thüringen an den Maßnahmen. Einerseits um den Bestand dieses Projektes hinsichtlich seines unveränderten Erhaltes zu schützen und um der Kirchengemeinde den finanziellen Kraftakt zu erleichtern.   

 

Disposition II/15 (17)

Hauptwerk   C-g’’’ Brustwerk   C-g’’’ Pedalwerk   C-f’
Prinzipal 8' Gedackt 8' Subbaß 16'
Rohrflöte 8' Rohrflöte 4' Prinzipal 8'(HW)
Oktave 4' Prinzipal 2' Rohrflöte) 8'(HW)
Gemshorn 2' Terz ab f° 1 3/5' Pommer 4'
Mixtur 5-6f. 1 1/3' Nasard 1 1/3' Fagott 16'
Trompete 8' Zimbel 3f. 2/3' Schalmei 4'
           
Koppeln Werkmeister III, 436,5Hz bei 17°C
II/I HW und Pedal 55 mmWs
I/Pedal BW 54 mmWs
II/Pedal